Die Kinderseitenlandschaft - ein Reisetipp für Internet-Besucher

Die Kinderseitenlandschaft wird in keinem Reiseführer angepriesen und ist – nicht nur deshalb – immer noch ein Geheimtipp. Dabei eignet sie sich hervorragend für Ausflüge von und mit Kindern und jüngeren Jugendlichen. Sie können hier, mit oder ohne erwachsene Begleitung, aufregende Abenteuer erleben, erstaunliche Dinge erfahren, neue Freunde finden und über eigene Erlebnisse berichten.

Weidende KuhKinderseitenlandschaft – was soll das denn sein?, fragt sich nun sicher der eine oder die andere. Zugegeben: Es handelt sich um eine Metapher, die das digitale Internetangebot für Kinder verständlicher und nachvollziehbarer machen will. Eingeführt hat sie schon in den 90er Jahren Stefan Müller, der seine Blinde Kuh dort weiden ließ. Bei Wikipedia erfahren wir, dass der Begriff Landschaft zwei Bedeutungen hat. Wir beschreiben damit, „ein Gebiet, das sich durch naturwissenschaftlich erfassbare Merkmale von anderen Gebieten abgrenzt (geographischer Landschaftsbegriff)“. Zum anderen bezeichnet der Begriff „die kulturell geprägte, subjektive Wahrnehmung einer Gegend als ästhetische Ganzheit (philiosophisch-kulturwissenschaftlicher Landschaftsbegriff)“. Wieder was gelernt.

Geographisch betrachtet ist die Sache ziemlich einfach: Die Kinderseitenlandschaft ist die Summe aller Internetseiten, die speziell für Kinder gemacht werden. Sie grenzt sich also scharf gegen Seiten für Erwachsene ab, hat aber durchaus fließende Übergänge zu Jugendseiten und Seiten für jüngere Kinder, die noch nicht lesen können. Wie groß diese Landschaft ist, kann niemand genau bestimmen. Besteht sie aus 300 URL? 400? 500? Gar 1000?

Wie in jeder Landschaft gibt es Landmarken, die herausstechen, und Gegenden, die eher unscheinbar bleiben. Es gibt Orte, die von Besuchern überlaufen sind und andere, die noch auf ihre Entdeckung warten. Wir finden Leuchttürme, die in weitem Umkreis bekannt sind, Elfenbeintürme, in denen Esprit und Wissen zuhause sind und dunkle, feuchte Höhlen, aus denen merkwürdige Inhalte gefördert werden. Natürlich gibt es auch in der Kinderseitenlandschaft Wegweiser (so genannte Suchmaschinen), die den Kindern Orientierung bieten und unbekannte Ziele auffindbar machen. Etliche Orte haben sich zusammengeschlossen und machen sich unter einem gemeinsamen Namen bekannt („Seitenstark“). Wie bei jeder Landschaft liegt es im Auge der Betrachter, welche Gegend sie am schönsten finden und am liebsten besuchen.

Lassen wir den philosophisch-kulturwissenschaftlichen Blick über die Kinderseitenlandschaft schweifen. Kulturell geprägt ist sie in Deutschland allemal. Kein anderes Land in Europa hat ein so reichhaltiges Angebot für Kinder geschaffen und Kinder schon in der Frühzeit des Internets als Besucher wahrgenommen, die eigene Interessen und Bedürfnisse haben. Und nirgends sonst dürfte das Bewusstsein über dieses große Ganze so ausgeprägt sein, dürften sich die verschiedenen „Player“ so gut kennen, so häufig aufeinandertreffen, so offen ihre Konflikte austragen.

Die Kinderseitenlandschaft ist übrigens nicht statisch. Sie verändert sich ständig. Viele Seiten sind in den vergangenen Jahren neu entstanden, nicht zuletzt deshalb, weil es dank „Ein Netz für Kinder“ eine Möglichkeit gibt, die Kinderseitenlandschaft neu zu besiedeln. Andere Orte sterben ab, weil ihnen die finanziellen Mittel fehlen, ihr Angebot weiter zu betreiben. Wie im richtigen Leben weiß man nie, ob die Pfade, die man im vergangenen Jahr gegangen ist, noch offen gehalten werden, ob die Herbergen noch existieren. Aber immerhin wartet dann garantiert ein anderes Angebot auf Entdeckung.

Also, Kinder: Wandert! Surft! Entdeckt!

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