Texten für Kinder - (k)ein Kinderspiel - Der Textaufbau

Worum geht’s denn eigentlich?

Kinder möchten wissen, was Sache ist. Sie sind neugierig, aber auch ungeduldig. Es fällt ihnen leichter den Inhalt eines Textes zu erfassen, wenn sie schon zu Beginn erfahren, worum es eigentlich gehen soll. Bereits die ersten Sekunden entscheiden darüber, ob Ihre Leser/innen überhaupt weiterlesen. Gerade Online-Leser/innen, und unter ihnen besonders die jüngeren Leseanfänger/innen, fordern schnell auf den Punkt zu kommen. Sofern es sich nicht um einen Ratekrimi handelt, brechen sie ab und klicken weg, wenn sie nicht einordnen können, worum es geht. Also, nicht lange um den heißen Brei herumreden und von vornherein offen legen, womit sich Ihr Text befasst. Geben Sie Ihren Leser/innen über den Titel und den ersten Absatz die Chance, zu erkennen worum es gehen soll. Schreiben Sie den Textbeginn so interessant, dass Motivation zum Weiterlesen entsteht. Ein Vor“spann“ darf "spannend" sein!

 

Die richtige Überschrift

Das beginnt mit der Überschrift: Wählen Sie einen Titel, der die Kinder neugierig macht, sie z.B. direkt anspricht oder ein Thema ankündigt, dass sich für sie zu lesen lohnt. Investieren Sie Zeit und Gehirnschmalz in Überschrift und Vorspann. Ist beides kurz und treffend und spiegelt die wesentlichen Aspekte des folgenden Textes wieder, ist das die halbe Miete. Allgemein bekannt ist diese Erkenntnis aus dem Zeitungsjournalismus, wo Redaktionen mit großer Hingabe über die perfekte Titelzeile brüten, um dem eigenen Zeitungsblatt zu reißendem Absatz bzw. dem Artikel zu großem Leserinteresse zu verhelfen.

 

Der rote Faden

Der Aufbau eines Textes trägt nicht unbeträchtlich zum Verständnis bei. Im weiteren Textverlauf, insbesondere bei Artikeln oder Lerntexten, hilft ein roter Faden, eine logische Struktur. Journalisten kennen den sogenannten Küchenzuruf (vgl. Hintergrundinfo), mit dem Henri Nannen einst verdeutlichte, wie wichtig es ist, dass ein Text eine Kernaussage enthält und diese vermitteln kann. Kann der/die Leser/in die Botschaft eines Textes in ein bis zwei Sätzen zusammenfassen, so ist der Küchenzuruf gelungen. Legen Sie Ihren Küchenzuruf vor dem Schreiben fest: Notieren Sie sich in wenigen Sätzen, was die Aussage Ihres Textes ist. Auf dieser Grundlage wird sich beim Schreiben ein roter Faden entspinnen, der sich durch den Text zieht und den Leser/die Leserin leitet.

 

Verständlicher Satzbau - verständlicher Text

Texte müssen leicht zu erfassen und zu verstehen sein. Als Faustregel gilt: Kurze Sätze fördern das Verständnis. Formulieren Sie in möglichst einfachen, kurzen Sätzen. Je kürzer ein Satz ist, desto klarer ist der Gedanke, den er transportiert. Das macht es Kindern leichter einem Text und seiner Aussage zu folgen. Verschachtelte Bandwurmsätze sollten klaren Hauptsätze den Vortritt lassen.

Jedoch sind lange Sätze in Kindertexten nicht grundsätzlich verboten. Es kommt auf den Inhalt und darauf an, was die Sätze transportieren. Lange Sätze lassen sich auch bewusst als Stilmittel einsetzen und sind im Wechsel mit kurzen Sätzen dem Rhythmus dienlich. Mehrere lange Sätze hintereinander sollten aber tabu sein.

Voraussetzung für die Verwendung langer Sätze ist, dass der Inhalt Schritt für Schritt erfasst werden kann. In einer schlüssigen Text-Dramaturgie folgt ein Gedanke folgerichtig auf den nächsten. Lange verschachtelte Sätze mit mehreren Nebensätzen, die zudem noch mehrere Aussagen beinhalten, zerstören den Lesefluss. Pressen Sie keinesfalls zwei Gedankenschritte in einen Satz. Das überfordert Kinder und führt dazu, dass Kinder sich im roten Faden verheddern. Teilen Sie verschachtelte Sätze in einzelne „Satz-Schachteln“ auf und gönnen Sie jeder Aussage einen eigenen Satz, denn kleine Häppchen sind besser zu verstehen.

Weiter im Text...
Wissenswertes zu Auswahl und Umgang mit Themen, zu Textaufbau und Textaufbereitung werden die nächsten Blogbeiträge von "Texten für Kinder" erläutern.

Teil 1 Teil 5 Teil 6

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